Neue Herausforderungen, neue Fähigkeiten: Claire Schönborn hat mit Beifahrer Michael Wenzel den Auftakt zur Junior-EM in Schweden gut gemeistert. Bei der Royal Rally of Scandinavia in Schweden war für die Hunsrückerin nicht nur die Rallye selbst absolutes Neuland – obendrein bestritt sie erstmals eine Rallye mit einem frontangetriebenen Fahrzeug auf Schotter. Berühmte Sprungkuppen wie Colin’s Crest und temporeiche Schotterabschnitte, die die Rallyewelt vor allem im Wintertrim von Rallye-WM-Auftritten an gleicher Stelle kennt – mit neuem Aufschrieb und dem für sie neuen Opel Corsa Rally4: eine echte Herausforderung. Die Lernkurve zeigte sich steil: Mit steten Verbesserungen, vor allem auf den zweiten Durchgängen der Wertungsprüfungen, machten Schönborn/Wenzel auf sich aufmerksam. Am Ende stand ein Top-10-Resultat in der Junior-Wertung der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC). Ihre Teamkollegen im ADAC Opel Junior Team, Timo Schulz/Maresa Lade (GER/GER) und Tom Heindrichs/Jonas Schmitz (BEL/LUX), feierten einen Doppelsieg.
„Frontantriebsdebüt auf Schotter, dazu noch bei so einer Rallye mit so berühmten Abschnitte – ich bin mit Platz 10 zufrieden! Vor allem, dass ich mich stetig verbessert habe, werte ich als gutes Zeichen. Kein Aufschrieb, auf den man aufbauen konnte, ein komplett anderes Fahrverhalten des Autos auf Schotter im Vergleich zu dem aus dem vergangenen Jahr, dazu wirklich jede einzelne Ecke Neuland – die Herausforderung war nicht klein. Ich bin froh, dass wir sie gut gemeistert haben und freue mich auf den nächsten EM-Lauf!“ Claire
WP-Zeiten verbessern sich stetig
Wie steil die Lernkurve bei Claire Schönborn verläuft, zeigt ein analytischer Blick in die Prüfungszeiten. Während die Hunsrückerin sich zu Beginn noch an die neuen Gegebenheiten – Frontantrieb auf Schotter – gewöhnen musste, kam sie der Junior-EM-Spitze im jeweils zweiten Durchgang deutlich näher. In mittelschnellen Kurven war in der ersten Schleife das Rotationsverhalten des Autos besonders herausfordernd – ein Umstand, den Claire Schönborn prompt adressierte und signifikant verbesserte.
Dämpfer am Samstag
Einen kleinen Rückschlag mussten Claire Schönborn und Michael Wenzel jedoch auf der abschließenden Prüfung am Samstag hinnehmen. Auf jener WP mit dem berühmten Colin’s-Crest-Sprung erwischten sie zu Beginn unglücklich einen Stein, beschädigten sich die Felge und das Radlager und hatten fortan mit extrem wechselndem Bremsdruck zu kämpfen. Trotz des damit verbundenen Zeitverlustes von rund einer halben Minute verteidigten Schönborn/Wenzel am Samstagabend ihre Top-10-Platzierung.
Zufriedenheit am Sonntag
Am abschließenden Rallye-Sonntag fügten sich stete Verbesserung und ein leicht verändertes Streckenprofil zum bleibenden Gesamtbild dieser Rallye aus Sicht von Claire Schönborn zusammen: Mit besseren WP-Zeiten bildete der Sonntag den idealen Abschluss. Lediglich ein Plattfuß nach einem weiteren Steintreffer trübte kurz den positiven Gesamteindruck. Claire Schönborn nutzte den Sonntag obendrein, um sich mit den Hankook-Reifen für das nächste Schotter-Event besser vertraut zu machen.
Lange muss Claire Schönborn nicht auf die nächste Rallye-Action verzichten. Am 29. und 30. Mai steht im vollelektrischen ADAC Opel GSE Rally Cup die erste Veranstaltung rund um Eindhoven (Niederlande) an. In der Rallye-EM geht es ebenfalls Schlag auf Schlag – mit der EM-Rallye in Italien rund um die Hauptstadt Rom, die vom 3. bis 5. Juni ausgetragen wird.
Fotos: Claire Schönborn Media

