- Claire Schönborn/Michael Wenzel zeigen beim zweiten Lauf der Junior-EM in Italien ihr Können
- Steile Lernkurve bei persönlicher Premiere auf variantenreichen Asphalt-Prüfungen
- Starke Zwischenresultate unter rund 40 Rally4-Crews
Claire Schönborn und ihr Beifahrer Michael Wenzel haben beim zweiten Saisonlauf der Junioren-Wertung innerhalb der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC) einen starken Eindruck hinterlassen. Bei Schönborns Premiere auf den kniffligen Asphaltprüfungen – von der spektakulären Stadtprüfung am Fuße des Kolosseums bis hin zu anspruchsvollen Abschnitten im Gebirge des Reatino – zeigten sie nicht nur eine steile Lernkurve, sondern glänzten zwischenzeitlich auch mit Gesamtrang sieben in der Junioren-Wertung. Unter den rund 40 gestarteten Rally4-Teams war das Duo des ADAC Opel Rally Junior Teams bis kurz vor Rallye-Ende starke 14. Dass es dennoch nicht zu diesem guten Ergebnis gereicht hat, war einem Ausrutscher auf der abschließenden Powerstage geschuldet. Auf einer Bergabpassage hatten Schönborn/Wenzel keine Fortune und rutschten auf losem Splitt beim Einlenken tief in einen Graben. Gemeinsam mit enthusiastischen Rallyefans konnten sie ihren Opel Corsa Rally4 allerdings zurück auf die Strecke bringen – und die Rallye mit gut zehn Minuten Zeitverlust als Zehnte der Junior-Wertung beenden. Der Sieg in der Junior-Wertung der Rallye-EM ging an Davide Pesavento/Alessio Angeli (ITA/ITA, Lancia) vor Schönborns ADAC-Opel-Rally-Junior-Teamkollegen Timo Schulz/Maresa Lade (GER/GER, Opel).
„Die Rallye Rom war wieder komplett neu für mich, genossen habe ich dennoch jeden Meter. Der Auftakt am Kolosseum war etwas ganz Besonderes. Auch die teils sehr langen Prüfungen am Samstag und Sonntag haben mir gefallen – da war von allem etwas dabei, von engen Ecken bis zu flüssigen Bergauf-Passagen. Für Sonntag hatten wir uns vorgenommen, die Pace etwas anzuziehen. Das hat gut funktioniert. Auf der Powerstage wollten wir einfach nur ins Ziel – das allerdings hat wegen des Ausrutschers kurz vor dem Ziel leider nicht so gut funktioniert. Wir haben uns beim Asphalt-Debüt mit dem Opel Corsa Rally4 aber über das gesamte Wochenende stetig gesteigert. Und damit bin ich überaus zufrieden und freue mich auf die kommenden Aufgaben.“
CLAIRE SCHÖNBORN
Facettenreiche Route
Die Rally di Roma Capitale 2026 betrat mit nahezu komplett neuer Streckenführung Neuland – auch als Generalprobe für den WM-Aufstieg 2027. Auf die Teilnehmer warteten 197,02 Kilometer und elf Wertungsprüfungen, eröffnet mit einer spektakulären Stadtprüfung am Kolosseum. Der Samstag im Reatino-Gebirge bildete das Herzstück: die knapp 28 km lange Königsprüfung Vallecupola, die schnelle Hochebene Piana di Rascino und die abwechslungsreiche Colle di Tora–Poggio Moiano. Am Sonntag folgten Monastero–Monte Livata mit ihren Felstunneln sowie die technisch fordernde Power Stage Canterano–Gerano mit zahlreichen Bergab-Kehren.
Positive Lernkurve
Die gesamte Rallye über zeigte Claire Schönborn eine solide und positive Leistung, rangierte zwischenzeitlich auf der siebten Position in der Junioren-Wertung und auf dem 14. Rang der Klasse, in der immerhin rund 40 Crews am Start waren. Nicht nur auf den Sektionen, die dem Bergrennsport ähnelten, zeigte die Hunsrückerin ihr Potenzial.
An die Lernkurve anknüpfen können Schönborn/Wenzel in der Rallye-EM schon am Ende dieses Monats bei der Rallye Polen (24. bis 26. Juli). Eine Woche zuvor startet das Duo bei der Rallye Weiz im ADAC Opel GSE Rally Cup zu seinem dritten Auftritt.

